Bauwerksprüfung

David Czeschka Artikel veröffentlicht: 04.02.2026

Die regelmäßige Bauwerksprüfung nach DIN 1076 ist ein zentrales Instrument für öffentliche Bauherren, um den baulichen Zustand von Ingenieurbauwerken im Zuge von Straßen und Wegen systematisch zu erfassen und zu bewerten. Neben Brückenbauwerken fallen unter anderem auch Tunnel, Stützwände und Trogbauwerke in den Geltungsbereich der DIN 1076.

Die im Rahmen der Bauwerksprüfung erhobenen Daten bilden die wesentliche Grundlage für die Planung, Koordinierung und Priorisierung von Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Damit leistet die Bauwerksprüfung einen entscheidenden Beitrag zu Verkehrssicherheit und zum langfristigen Erhalt der Infrastruktur.

Grundlagen der Bauwerksprüfung

Straßenbaulastträger sind gemäß den rechtlichen Bestimmungen dazu verpflichtet, die Sicherheit und Ordnung ihrer Bauwerke zu garantieren. Grundlage für viele Arbeitsschritte in diesem Prozess ist die Bauwerksprüfung, da hierdurch Bedarfe und Defizite identifiziert werden.  Die Bauwerksprüfung findet im Abstand von drei Jahren statt, wobei sich einfache Prüfung und Hauptprüfung jeweils abwechseln.

Die Bauwerksprüfung nach DIN 1076 in Verbindung mit der RI-EBW-PRÜF sowie der ASB-ING ist ein stark reglementierter Prozess, um eine landesweit vergleichbare Qualität der Bauwerksprüfungen sicher zu stellen. Dennoch handelt es sich bei jedem Ingenieurbauwerk um ein Unikat und ein fundiertes Ingenieurwissen über Baustoffe und Konstruktionen ist unerlässlich zur korrekten Bewertung von Bauwerkszuständen. Über die VFIB-Zertifizierung von Bauwerksprüfern wird sichergestellt, dass das ausführende Prüfpersonal diese Qualifikationen aufweist.

Mehrgeschossiger Holzbau
Weitgespannte Tragwerke aus Holz

Grundlagen der Bauwerksprüfung

Straßenbaulastträger sind gesetzlich verpflichtet, die Sicherheit und Ordnung ihrer Bauwerke dauerhaft zu gewährleisten. Eine zentrale Grundlage hierfür ist die Bauwerksprüfung, da sie bestehende Schäden, Defizite und Handlungsbedarfe frühzeitig identifiziert. Die Bauwerksprüfung erfolgt turnusmäßig im Drei-Jahres-Rhythmus, wobei sich Einfache Prüfung und Hauptprüfung jeweils abwechseln.

In Verbindung mit der RI-EBW-PRÜF sowie der ASB-ING ist die Bauwerksprüfung nach DIN 1076 ein klar geregelter und standardisierter Prozess. Ziel ist, eine bundesweit vergleichbare Qualität der Bauwerksprüfungen sicherzustellen. Gleichzeitig stellt jedes Ingenieurbauwerk ein individuelles Unikat dar. Eine fachgerechte Zustandsbewertung erfordert daher fundiertes Ingenieurwissen zu Baustoffen, Konstruktionen und Schadensmechanismen. Die VFIB-Zertifizierung von Bauwerksprüfern stellt sicher, dass das eingesetzte Prüfpersonal über die erforderliche Qualifikation und Erfahrung verfügt.

 

Aufgaben und Vorgehensweise

Die Hauptprüfung, die alle sechs Jahre durchgeführt wird, stellt die umfangreichste Prüfung innerhalb des Prüfzyklus dar. Dabei werden sämtliche Bauteile eines Bauwerks handnah inspiziert. Neben geschultem Seh- und Hörvermögen zählt der Prüfhammer zu den wichtigsten Hilfsmitteln der Bauwerksprüfer. Moderne digitale Erfassungssysteme unterstützen eine strukturierte Dokumentation und Bewertung sowohl für bestehende als auch neu aufgetretener Schäden. Die DIN 1076 (Ausgabe 01/2026) ermöglicht bei schwer zugänglichen oder sicherheitskritischen Bauwerksbereichen den Einsatz bildgebender Prüfmethoden, wie beispielsweise Drohnenbefliegungen. Diese Verfahren dienen zur Unterstützung oder teilweisen Ersetzung von Besichtigungen und einfachen Prüfungen und können unter definierten Randbedingungen auch ergänzend bei Hauptprüfungen eingesetzt werden. Treten im Rahmen der Bauwerksprüfung Schadensbilder auf, die nicht abschließend bewerten werden können, kann die Objektbezogene Schadensanalyse (OSA) veranlasst werden. Im Zuge der OSA erfolgen vertiefte Baustoff- und Bauteiluntersuchungen, etwa zerstörungsfreie Prüfverfahren sowie die Entnahme von Materialproben.

Mehrgeschossiger Holzbau
Weitgespannte Tragwerke aus Holz

Nutzen für Bauherren und Planung

Vor dem Hintergrund einer alternden Verkehrsinfrastruktur gewinnt die standardisierte und regelmäßige Bauwerksprüfung zunehmend an Bedeutung. Bauherren erfüllen damit nicht nur ihre gesetzliche Vorsorgepflicht, sondern erhalten zugleich belastbare Entscheidungsmöglichkeiten für die strategische Planung von Erhaltungsmaßnahmen. Insbesondere unter Bedingungen begrenzter finanzieller Mittel und personeller Ressourcen liefert die Bauwerksprüfung nach DIN 1076 essenzielle Informationen für ein nachhaltiges Erhaltungsmanagement des Verkehrsnetzes.

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